Die deutsche Zentrale entsendet erfahrene Experten, um ein kritisches Projekt in Frankreich zu beschleunigen.
Aus der Praxis
Wenn Widerstand Projekte blockiert
Wie gut gemeinte Unterstützung als Kontrolle verstanden wird und lokale Verankerung den Wissenstransfer blockieren kann.

Der Praxisfall
Kennen Sie diese Situation?
Die französische Seite bleibt höflich, greift Empfehlungen aber kaum auf und teilt Informationen nur auf Nachfrage.
Die lokale Leitung bewertet die Unterstützung als unangemessen und wendet sich an die oberste Führungsebene.
Situation ausführlich lesen
Um ein kritisches Projekt in Frankreich zu beschleunigen, entsendet die deutsche Zentrale erfahrene Experten zur Unterstützung vor Ort. Sie kommen gut vorbereitet und schnell zu den Knackpunkten: mit klaren Strukturen, konkreten Handlungsempfehlungen und dem ehrlichen Anspruch, das Projekt voranzubringen.
Die Reaktion auf französischer Seite bleibt höflich, aber distanziert. Empfehlungen werden kaum aufgegriffen, Informationen nur auf konkrete Nachfrage geteilt.
Kurz darauf eskaliert die Situation: Obwohl er bisher nicht direkt involviert war, schaltet sich der Leiter der französischen Einheit ein und beschwert sich bei der obersten Führungsebene der Muttergesellschaft über das aus seiner Sicht unangemessene und wenig hilfreiche Vorgehen der deutschen Experten.
Warum entscheidend
Warum das für Transformation entscheidend ist
Solche Dynamiken entstehen nicht aus bösem Willen, sondern aus unterschiedlichen Vorstellungen davon, was gute Zusammenarbeit ausmacht. Unter Zeitdruck, Unsicherheit und gegenseitiger Abhängigkeit potenzieren sie sich.
Was im Tagesgeschäft als Reibung abgetan wird, kann zur Eskalation werden und das eigentliche Projektziel gefährden.
So arbeite ich
Mein Ansatz
Zusammenarbeit wirksam gestalten
Ich stelle sicher, dass:
- Unterstützung angeboten wird, ohne als Kontrolle zu wirken
- lokale Kompetenz sichtbar bleibt, ohne Wissenstransfer zu blockieren
- Entscheidungswege transparent gemacht werden, ohne Autorität zu untergraben
- Engagement auf beiden Seiten sichtbar und anerkannt wird
Nächster Schritt
Haben Sie ähnliche Situationen in Ihren Projekten erlebt?
Lassen Sie uns gemeinsam definieren, wie Zusammenarbeit zwischen zentralen und lokalen Teams kooperativ, konstruktiv und damit wirksam wird.
Was dahinter steckt
Dasselbe Verhalten, unterschiedliche Logiken
Beide Seiten wollen das Projekt voranbringen. Unterschiedlich ist, wodurch Umsetzungserfolg aus ihrer Sicht abgesichert wird.
Aus deutscher Sicht
Auf kollegialer Ebene wurde hilfreiche Unterstützung angeboten. Ziel war es:
- das Projekt durch vorhandenes Wissen der deutschen Seite zu beschleunigen
- eine hohe Ergebnisqualität sicherzustellen
- schnell die richtigen Experten auf beiden Seiten zusammenzubringen
- unnötige Mehrarbeit und Komplikationen auf französischer Seite zu vermeiden
Die distanzierte Reaktion wirkt daher wie mangelndes Commitment, Blockade gegenüber dem Mutterkonzern und eine Infragestellung der Kompetenz der deutschen Experten.
Aus französischer Sicht
Die Reaktion auf französischer Seite verfolgte andere Ziele:
- das Commitment der französischen Kollegen zu sichern, indem die lokale Führung sichtbar die Hoheit über das Projekt behält
- sicherzustellen, dass Entscheidungen im lokalen Kontext tragfähig und umsetzbar sind
- die eigene Rolle und Zuständigkeit gegenüber der Zentrale klar abzugrenzen
Gemeinsames Ziel
Zwei Logiken zielen auf Implementierungserfolg.
Die eine durch Standardisierung und Wissenstransfer, die andere durch lokale Verankerung und politische Tragfähigkeit.
Nächster Schritt